Monatsarchiv: Februar 2019

  • Es ist «Black History Month» - eine kurze Erläuterung dieses bedeutenden Monats

    Der Februar steht in den USA ganz im Zeichen des «Black History Months». Das jährlich stattfindende Ereignis wurde 1926 von Carter Woodson, einem afroamerikanischen Historiker der «Harvard University», initiiert. Die nationale Feierbewegung rückt wichtige afroamerikanische Themen und Anliegen in den Mittelpunkt, die jahrzehntelang in den USA keine Beachtung fanden.

    Woodson wählte den Februar, weil in diesem Monat Abraham Lincoln (der 16. Präsident der Vereinigten Staaten) und Fredrick Douglass (ein entflohener Sklave, der zu einem prominenten Aktivisten, Autor und Redner wurde) geboren wurden. Beide Männer spielten eine Schlüsselrolle bei der Abschaffung der Sklaverei in den USA. Lincoln unterzeichnete die Emanzipations-Proklamation - ein Gesetz, das 1862 die Sklaverei in allen Bundesstaaten abschaffte. Douglass war ein bedeutender Menschrechtsaktivist und Gründungsmitglied der abolitionistischen Bewegung, welche für die Abschaffung der Sklaverei kämpfte. Er gilt als einflussreichster Afroamerikaner des 19. Jahrhunderts.

    Der «Black History Month» ist heutzutage auch in Schulen ein wichtiges Thema. Man begeht ihn z.B. mit der Besprechung von Büchern afroamerikanischer Schriftsteller oder der Beleuchtung der Geschichte der Sklaverei und der Bürgerrechtsbewegung, welche hauptsächlich in den 1950er und 60er Jahren stattgefunden hat. Der wohl Prominenteste der damaligen Bürgerrechtsbewegung war Dr. Martin Luther King Jr. Mitunter dank Dr. King wurde die Rassentrennung gesetzlich verboten und das uneingeschränkte Wahlrecht für Afroamerikaner eingeführt. 1964 erhielt er für seinen Kampf und sein Engagement den Friedensnobelpreis.

    Dank des «Black History Months» werden auch weniger berühmter Persönlichkeiten, Wissenschaftler, Historiker und Aktivisten gedacht. So zum Beispiel der Bürgerrechtlerin Rosa Parks aus Montgomery (Alabama), die sich weigerte, ihren Sitzplatz in einem Bus für einen weissen Passagier zu räumen und sie deswegen für zivilen Ungehorsams verhaftet wurde. Parks Fall wurde damals landesweit bekannt. Viele folgten ihrem Beispiel und taten es ihr in Alabama gleich. Oder der Afroamerikanerin Henrietta Lacks, die dank der HeLa-Zellen (benannt nach ihr) einen weltweit bedeutenden Beitrag für die moderne Medizin geleistet hat.

    New Yorker begehen den Monat mit diversen Veranstaltungen. So zum Beispiel ein Rundgang durch den unterirdischer Eisenbahnkanal «Flushing Freedom Mile» in Queens. Dank solcher Kanäle und Gänge konnten früher entflohene Sklaven relativ sicher in Staaten gelangen, welche die Sklaverei bereits abgeschafft hatten. Oder eine spannende Tour durch den Central Park, wo früher einst das «Seneca Village» zu finden war - eine Siedlung von afroamerikanischen Grundbesitzern.