Monatsarchiv: März 2019

  • «Hudson Yards»: Das grösste private Bauprojekt in US-Geschichte ist eröffnet

    «Hudson Yards», mit 25 Mia. Dollar Kosten das grösste private Bauprojekt in der US-Geschichte, hat am Freitag seine Tore geöffnet. Es befindet sich im Westen Chelseas und besteht aus 16 Bauten (Hochhäuser, Museum, Hotels, Einkaufszentrum etc.). Hier die Highlights:

    • «The Vessel»
    Eines der Wahrzeichen des Megaprojekts ist «The Vessel» - Kunstprojekt und Aussichtsplattform zugleich. Es besteht aus 154 kompliziert miteinander verbundenen Treppen, fast 2.500 einzelnen Stufen und 80 Podesten. Geplant wurde es vom Designer Thomas Heatherwick. Tickets sind ab sofort kostenlos erhältlich.

    • «The Shed»
    Ein Museum für Zeitgenössische Kunst und gleichzeitig Veranstaltungsort für Performances aller Art (Musik, Kunst, Theater etc.). Das Gebäude an sich ist schon sehenswert, denn es lässt sich mittels einer neuartigen Gleittechnik komplett öffnen und schliessen. Eröffnet wird es mit einer mit Spannung erwarteten Performance der Künstlerin und Sängerin Björk.

    • Shopping & Restaurants
    Von Fastfood bis zum Feinschmecker-Restaurant - «Hudson Yards» bietet neue Gastronomie-Konzepte der renommiertesten Köche unter einem Dach. Starköche aus der ganzen Welt haben hier ein Restaurant eröffnet. Zudem finden sich unzählige Shops – von High-End (Fendi, Dior und Co.) bis zu Zara oder H&M. Insgesamt über 100 Restaurants und Shops machen «Hudson Yards» zu einem neuen Hotspot New Yorks.

  • Eine Runde «Jenga» in Midtown Manhattan

    Dass man sich bei Wolkenkratzern schon immer gerne mit Superlativen überboten hat liegt ja irgendwie in der Natur der Sache. Die riesigen Gebäude schreien geradezu danach, sich dem Wettbewerb zu stellen. So werden sie regelmässig in den verschiedensten Kategorien rangiert: Höhe, Wert, Alter, Prestige oder Ökologie, um nur einige zu nennen.
    «270 Park Avenue» fiel bisher in keiner dieser Ranglisten besonders auf. Dabei handelt es sich bei dem 1964 fertiggestellten Hochhaus keineswegs um einen unbedeutenden Zwerg. Immerhin verteilen sich die 52 Stockwerke auf 215 Meter. Ausserdem gelten Design und Ausführung in Stahl und Glas unbestritten als ein bedeutendes Werk der «Midcentury»-Architektur. Für eine Topplatzierung reichte es trotzdem nie. Bis jetzt, denn «270 Park Avenue» wird aller Wahrscheinlichkeit nach das höchste, jemals abgerissene Gebäude der Welt. Ein eher sonderbarer Rekord, aber immerhin.

    Das Gebäude befindet sich im Besitz von «JPMorgan Chase» und dient der Bank als Hauptsitz. Trotz mehreren Renovierungen wird es langsam aber sicher eng im Turm. Aktuell arbeiten an die 6,000 Menschen auf einer Fläche, welche ursprünglich für 3,500 angelegt war. Eine neue Bauzonenordnung in Midtown, welche den Bau von weitaus höheren Gebäuden als bisher erlaubt, kommt «JPMorgan Chase» also gerade recht.

    Der Aufschrei seitens Architektur-Experten und besorgten Bürgern zu diesem Projekt lies nicht lange auf sich warten. Die Reaktionen erstaunen kaum, wenn man sich «270 Park Avenue» genauer anschaut. Das Gebäude vermittelt von Aussen den Eindruck, als wäre es direkt aus der «Mad Man»-Zeit in die Gegenwartwart gefallen. Es ist auch das einzige derart grosse Gebäude dieser Zeit, das von einer Frau, der Architektin Natalie De Blois, geplant wurde. Sie war für das weltweit bekannte Architektur-Büro «SOM» tätig. Heutzutage findet man diverse Bauten des Architektur-Teams in der ganzen Stadt. Das wohl bekannteste Beispiel: Mies van der Rohe’s «Lever House».

    Nun wird sich der renommierte Architekt Norman Foster bald daran machen, eine neues, 70 Stockwerke hohes Gebäude für an die 15,000 Mitarbeiter zu bauen.
    Falls Sie sich fragen, wie man so ein Gebäude mitten in der Stadt abreisst…? In etwa so, als würde man einen «Jenga»-Turm von oben Stück für Stück abbauen. Nur umfallen sollte dabei nichts…