Monatsarchiv: November 2019

  • Thanksgiving-Dinner in der Subway? Only in New York City!

    Jodell Lewis, ein Comedian aus New York City, wollte dieses Jahr zu Thanksgiving etwas Neues machen. Und so kamen er und ein paar seiner Freunde auf eine aussergewöhnliche Idee: ein Thanksgiving-Dinner mitten in der fahrenden Subway.

    Nach monatelanger Planung veranstalteten sie letzten Donnerstag das festliche Dinner – inkl. Truthahn, Beilagen Dessert etc. – in der vollbesetzten Subway von Manhattan nach Brooklyn.

    Die Subway von New York ist berühmt-berüchtigt für ihre Performances, Darbietungen und allerlei Kuriosem. So z.B. findet jährlich der «No Pants Subway Ride» statt (genua – es ist das was du denkst: Subway fahren in den Unterhosen. Jährlich nehmen Tausende daran teil) oder letztes Jahr, als ein als Truthahn verkleideter Mann einen Truthahn verspeist hatte (und das Video dazu selbstverständlich viral ging) oder – ebenfalls vor rund einem Jahr – als zwei Jungs ein Ping-Pong-Match veranstalteten.

    Zurück zu Jordell: er servierte seinen Freunden und überraschten Subway-Fahrer*innen mit leckerem Truthahn, frischem Gemüse und hausgemachten Käse-Makkaroni. «Viele hatten noch nie ein ‘black Thanksgiving’ erlebt», meinte Jordell, der selbst Afroamerikaner ist. Seine Idee war, «den Leuten das Gefühl zu geben, dass wir sie in unser Haus an unseren Tisch eingeladen haben». Jodell wollte «New Yorker bekochen und gleichzeitig etwas zurückzugeben» - ganz im Sinne von Thanksgiving also.

    Die Subway-Fahrt dauerte rund eine Stunde und führte vom Union Square in Manhattan bis nach Rockaway Parkway in Brooklyn. Dort angekommen wurde alles abgeräumt, geputzt und die Reste an Obdachlose verteilt.

    «Es war unbeschreiblich. Einen ‘Only in New York’-Moment» meinte Jordell. «Was gibt es schöneres als Thanksgiving mit Freunden und gleichzeitig Fremden zu feiern? Mitten in der New York City Subway. Genau deswegen kommen die Leute in unserer Stadt». LOCALIKE findet: ❤️
    Ein kurzes Video des Abends findest du hier: youtu.be/pude-VCbI_Q

  • Every Day I Pray for Love

    Die weltberühmte japanische Künstlerin Yayoi Kusama ist mit einer äusserst spannenden Ausstellung zu Besuch in New York. Die Galerie David Zwirner (537 West 20th Street in Chelsea) zeigt neue Gemälde, Skulpturen, eine interaktive Gross-Installation und sowie ein noch nie gezeigter «Infinity Room».

    Yayoi Kusama gilt als eine der einflussreichsten Künstlerinnen des 20. und 21. Jahrhunderts und prägte die jüngere Kunstgeschichte auf ihre ganz eigene Weise. Seit den 1960er Jahren kombiniert sie Pop-Art und Minimalismus auf äusserst raffinierte Art und schafft dabei sehr persönliche Werke. Repetitive Elemente wie z.B. Punkte prägen ihre Kunst, die sowohl mikroskopische als auch makroskopische Universen zeigen.

    In der Galerie zu sehen ist unter anderem ein neuer «Unendlichkeits-Raum» mit dem Namen «Infinity Mirrored Room - Dancing Lights That Flown Up to the Universe 2019». Der Raum ist eine Art interaktive, poetische Erfahrung. Die kontinuierliche Spiegelung von flackernden Lichtern soll ein «ewig unbegrenztes Universum und die Ewigkeit der Zusammenhänge» vermitteln.

    Die Ausstellung zeigt zudem neue Gemälde von Kusamas ikonischer «My Eternal Soul»-Serie. Sie sind zum ersten Mal in den USA zu sehen und bringen abstrakte Linien und Formen mit kühnen Farben zusammen. Eine Gross-Installation, bestehend aus hundert verschiedenen wolkenartigen Edelstahlelementen, sollen den Eindruck von Ewigkeit und Unendlichkeit erwecken.

    Die Ausstellung ist kostenlos und bis zum 14. Dezember 2019 geöffnet. Tickets werden nicht benötigt, es gilt «first come, first served». Die Ausstellung ist äusserst beliebt und es ist mit einer Wartezeit von mehr als 2 Stunden zu rechnen, bis man eingelassen wird. Weitere Infos: davidzwirner.com

  • Das renovierte und erweiterte Museum of Modern Art öffnet endlich wieder seine Tore!

    Im vergangenen Juni, gerade als die Touristen-Hochsaison in New York begann, schloss das «Museum of Modern Art» – mit mehr als drei Millionen Besuchern pro Jahr das drittgrößte Museum der Stadt – für vier Monate seine Tore. Der Grund? Eine 450 Millionen Dollar teure Erweiterung und Renovierung, welche die Ausstellungsfläche um über 3,700 m2 oder 30% vergrösserte. Ebenso hat sich das «MoMA» auch ein Überdenken, Reorganisieren und eine Neuaufstellen der weltbekannten permanenten Sammlung auferlegt. Nach monatelangem Warten sind die Arbeiten nun abgeschlossen! Am 21. Oktober öffnet das neue «MoMA» seine Türen. Wir haben schon Mal einen Blick hineingeworfen, den wir dir nicht möchten.

    Das dramatisch beleuchtete Vordach, das über den Eingang der 53rd Street hängt, ist neu. Erst beim Betreten des Gebäudes merkt man jedoch, wie komplett neu das Erdgeschoss sich präsentiert. Die Lobby ist grosszügig und luftig gestaltet. Ausser an der neuen High-Tech-Garderobe gibt es keine Tickets mehr: Man tippt an einem der neuen, zunzähligen Kiosks seine Telefonnummer auf dem Touchscreen ein und erhält umgehend alle Infos auf Handy geschickt. Dies soll den Ticket-Verkauf beschleunigen, denn nicht selten hat sich vor dem Ticket-Schalter eine längere Schlange gebildet. Im Osten befindet sich wie gewohnt der Eingang zum beliebten und unveränderten Skulpturengarten.

    Im Westen befinden sich die erwähnten Ticket-Kiosk sowie eine Lounge zum Verweilen. Von der Loung überblickt man den stilvollen, neuen, unterirdischen Souvenirladen inkl. einer zweistöckigen Bücherwand. Ebenfalls hier befinden sich zwei neue Galerien, die kostenlos besucht werden dürfen. Sie heissen «1 North» und «2 North» und widmen sich jungen und aufstrebenden Künstlern.

    Auf den Etagen zwei, vier, fünf und sechs sieht und spürt man die enorme Erweiterung des Museums. Man merkt, dass man ‘Neuland’ betritt, indem man durch die neu schwarz gerahmten Türen geht. Es gibt eine grosse Anzahl toller Werke, die (wieder-)entdeckt werden wollen. Besonders, da das «MoMA» viele kürzlich getätigte Zukäufe von afrikanischen, afroamerikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Künstlern zeigt. Ebenso sind mehr Arbeiten von Künstlerinnen im Allgemeinen zu sehen. Diversity wird gross geschrieben.

    Im 4. Stock gibt es neu ein Performance-Studio. Ebenfalls erwähnen möchten wir das neue «Terrasse Café», welches diverse Aussensitzplätze bietet. LOCALIKE wünscht viel Spass beim Entdecken!

  • Nimm die Subway ab Grace Jones und fahre bis Yoko Ono!

    Wenn man sich eine Karte der Vereinigten Staaten ansieht, könnte man denken, dass hier nur Männer leben. Die Schriftstellerin Rebecca Solnit sagte einmal: «The peaks of our mountains sound like a board of directors of an old corporation» («Die Gipfel unserer Berge klingen wie der Vorstand eines alteingesessenen Unternehmens»).

    Nirgendwo in den USA kommt dieses Gefühl mehr auf als in New York City. Hier gibt’s über 200 Statuen und Wahrzeichen, die nach Männern benannt sind. So zum Beispiel das Lincoln Center, der Columbus Circle oder das Rockefeller Center, um nur einige zu nennen. Die prominenteste Frau unter den Wahrzeichen ist die Freiheitsstatue – und sie basiert nicht einmal auf einer real existierenden Person!

    Der Mangel an Frauen, welche gewürdigt werden, führte zu einer Idee: Der Karte «City of Women». In der Karte werden alle 424 Subway-Stationen in New York nach berühmten Frauen benannt, die in der Nähe der jeweiligen Station gelebt oder gearbeitet haben. Die Karte wurde von der Schriftstellerin und Aktivistin Rebecca Solnit und dem Geographen Joshua Jelly-Schapiro kreiert.

    «Unsere Karte wurde u.a. auch kreiert, um eine Diskussion anzuregen, die in letzter Zeit immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Nämlich die Art und Weise, wie wir mit dem Thema Gender im öffentlichen Raum umgehen und der Tatsache, dass nur ein bestimmter Teil der Bevölkerung Variabilität erhält und viele ausgeschlossen werden», sagt Jelly-Schapiro.

    Die Bandbreite der Frauen auf der Karte ist gross. In Queens zum Beispiel ist die Subway-Station in der Nähe des «U.S. Open»-Stadions nach Venus und Serena Williams benannt. In Bayside (Queens), ehrt die Karte die drei Frauen der legendären Hip-Hop-Band «Salt-N-Pepa».

    «Wir wollten einen guten Mix», sagt Jelly-Schapiro. «Politikerinnen sollen genauso vorkommen, wie Sängerinnen, Aktivistinnen, Kuratorinnen etc.». Er sagt, die Karte sei so stark und ausdrucksvoll, weil es Frauen sichtbar macht auf einer Karte, die die New Yorker wie keine andere kennen: die Subway-Karte.

    Wir finden’s eine grossartige Idee, auf diese Art und Weise diese wichtige Diskussion anzuregen! Und als kleiner Nebeneffekt: Es macht doch auch viel mehr Spass, jemandem eine Wegbeschreibung zu geben, in welcher wir sagen: «Geh zu Grace Jones und fahre dann bis Yoko Ono».

    Die Karte berührt und bewegt - nicht nur Frauen, was Jelly-Schapiro nicht erwartet hat. «Es hat mir die Macht der Repräsentation gezeigt und wie wichtig es ist, Variabilität in der Öffentlichkeit zu schaffen, von Personen die wir bewundern und ehren – aller Geschlechter!».

    Alle Informationen unter: nonstopmetropolis.com/theposter