Monatsarchiv: März 2020

  • Underground NYC – Teil 2

    Du denkst, du hast schon alles gesehen, was New York zu bieten hat? Dann ist es an der Zeit, den unbekannten Untergrund der Stadt – fernab der Subway – zu erkunden. Dies ist Teil zwei unserer Serie «Underground NYC». Der erste Teil kannst du in unserm Post von letztem Sonntag nachlesen.

    4) The Freedom Tunnel – Upper West Side, Manhattan
    Der «Freedom Tunnel» liegt unterhalb des Riverside Parks (Upper West Side) und ist ein fester Bestandteil der New Yorker Stadt-Geschichte. Güterzüge fuhren bis 1980 durch den Tunnel. Nachdem der reguläre Betrieb eingestellt wurde, zog der fünf Kilometer lange Tunnel unzählige Graffitikünstler in seinen Bann. Gerüchten zufolge erhielt der Tunnel seinen Namen von Chris «Freedom» Pape, einem bekannten Graffiti-Künstler, der tolle Arbeiten in besagtem Tunnel hinterlassen hat.
    Jennifer Toth's 1995 erschienenes Buch «The Mole People» («Die Maulwurf-Leute») beleuchtet die dunkle Seite des Tunnels und erzählt erschütternde Geschichten, die sich hier zugetragen haben. Für längere Zeit nämlich bot der Tunnel auch unzähligen Obdachlosen ein Zuhause. Eine ganze Kleinstadt hat sich innerhalb weniger Jahre entwickelt. 1991 begann «Amtrak» den Tunnel wieder zu benutzen und vertrieb die vielen Obdachlosen.
    Noch heute begeben sich urbane Erkunder und Graffitikünstler in den «Freedom Tunnel». Zu empfehlen ist es nicht, denn es kann ganz schön gefährlich sein da unten.

    5) The 12th Avenue Cow Tunnels – Meatpacking District & Chelsea, Manhattan
    Im 19. Jahrhundert war der westlichste Teil von Manhattan, rund um die 35th Street, bekannt für ihre unzähligen Schlachthäuser. Rinder wurden damals von New Jersey an die 12th Avenue (heute der «West Side Highway») gekarrt, wo sie mitten auf der Strasse in die jeweiligen Schlachthäuser verteilt wurden. Als die Bevölkerung der Stadt wuchs und der Autoverkehr immer mehr zunahm, verursachten die Kühe grossen Stau und ebenso grossen Ärger. Die Lösung: unterirdische Kuhställe und Tunnels. Das Ganze klingt etwas verrückt und wir müssen zugeben, die Geschichte dahinter ist nicht immer ganz klar oder bestätigt. Vor kurzem haben Reporter Illustrationen der unterirdischen Kuh-Ställe und -Stollen aus den 1870er Jahren ausgegraben und New Yorker Archäologen vorgelegt. Diese meinten, einen 100%igen Beweis für deren Existenz gäbe es nicht. Nach aufwändigen Recherchen fanden die Reporter jedoch offizielle Pläne aus den 1930er Jahren. Sie waren Beweis für zumindest einen längeren Kuh-Stollen unterhalb der 12th Avenue. Die Blaupausen sind zwar 60 Jahre nach der Zeit, als die Stollen gebaut wurden, datiert. Sie bestätigen jedoch, dass mindestens einer vorhanden war. Der Tunnel wurde wahrscheinlich im Laufe des 20. Jahrhunderts zugeschüttet. Einige behaupten jedoch, dass ein weitverzweigtes System nach wie vor bestünde.

    Diese Geschichte zeigt, dass selbst Wissenschaftler, die sich seit Jahrzenten mit dem Untergrund New York befassen, immer noch nicht genau wissen, was da eigentlich noch alles unter unseren Füssen verborgen ist. LOCALIKE bleibt auf jeden Fall dran.