• Hudson Yards: New York’s neustes Stadtviertel

    Die Stadt in der Stadt
    New York ist eine pulsierende, sich ständig verändernde Stadt. Manches ändert sich subtil, anderes zieht sich über Jahre hinweg und verändert die Stadt massgeblich. So zum Beispiel das Megaprojekt Hudson Yards im Westen Manhattans. Zwischen der 8. und der 10. Avenue und der 30. und der 42. Strasse – also dort wo sich die Stadtteile Chelsea, Hell’s Kitchen und Midtown West treffen – entsteht ein neues Stadtviertel. Es ist das grösste private Bauprojekt seit der Fertigstellung des Rockefeller Centers 1939 und das Grösste in der amerikanischen Geschichte überhaupt. Bis 2025 entstehen hier 15 Wolkenkratzer auf einer Fläche von insgesamt 1,6 Millionen Quadratmeter. Nach der Fertigstellung wird das Areal, das 45 Strassenblocks umfasst, Platz für 4’000 Wohnungen bieten. Zudem eröffnen über 100 Läden, eine öffentliche Schule, ein Luxushotel, mehrere Restaurants und ein Zentrum für moderne Kunst schon bald ihre Tore. Insgesamt werden 125’000 Menschen in den Wolkenkratzern leben und arbeiten.

    Wie ist das in so einer dicht besiedelten Stadt wie New York möglich? Die Hudson Yards entstehen in einer postindustriellen Gegend Manhattans, die lange brachlag und wenig attraktiv war. Die Long Island Railroad parkiert hier u.a. ihre Pendlerzüge. Darunter befindet sich ein Eisenbahntunnel nach New Jersey. Da der Zug-Bahnhof sowie der Tunnel weiterhin bestehen und in Betrieb bleiben müssen, wird das Viertel kurzerhand auf die Bahngleise gebaut – mittels einer vier Hektar grossen Plattform. Getragen wird die Konstruktion von 300 Pfeilern, die bis zu 24 Meter tief in massives Gestein gelassen wurden. Wenn die Hudson Yards fertiggebaut sind, wird sich ein riesiges Gebirge aus neuen Wolkenkratzern erheben und die Skyline Manhattans massgeblich verändern. Das Projekt ist seit Jahren Stadtgespräch. Drei Bauten geben dabei besonders viel zu reden:

    30 Hudson Yards
    Der Wolkenkratzer «30 Hudson Yards» wird nach der Fertigstellung das höchste Gebäude des neuen Viertels und das Zweithöchste in ganz New York werden. Mit 395 Metern wird es das «Empire State Building» um 14 Meter überragen. Als Highlight entsteht zudem die höchstgelegene Outdoor-Aussichtsplattform der Stadt. 2019 soll die Eröffnung gefeiert werden.



    The Vessel
    Auf über 20'000 Quadratmeter entsteht ein öffentlicher Park – bepflanzt mit 28'000 Pflanzen und 200 verschiedene Baumarten. In der Mitte des Gartens und als Herzstück des neu erbauten Stadtteils wird die Skulptur «The Vessel» stehen. Hauptbestandteil des begehbaren Bauwerks, das an einen Bienenstock erinnert, sind 154 ineinandergreifende Treppen, die insgesamt aus 2'500 Stufen bestehen. Während der Durchmesser des Bauwerks am Boden ca. 15 Meter beträgt, sind es im 15. Stock satte 45 Meter. Die Stufen der begehbaren Skulptur führen zu 80 Balkonen, welche als Aussichtsplattformen dienen. Entworfen wurde das Monument vom britischen Star-Architekten, Künstler und Designer Thomas Heatherwick.



    The Shed
    Unter dem Namen «The Shed» wird das neuste Kulturzentrum New Yorks entstehen. Das sechsstöckige Gebäude wurde vom preisgekrönten Architekturbüro «Diller Scofidio + Renfro» designt. Schon jetzt ist klar: Der Bau wird ein architektonisches Highlight. Ein Teil des Gebäudes kann ein- und ausgefahren werden, so dass es an Kultur-Veranstaltungen aller Art, die hier stattfinden werden, angepasst werden kann. Im Sommer ist so genügend Platz für grosse Outdoor-Events und in den kälteren Monaten kann die Indoor-Halle genutzt werden, die sich ideal für Konzerte oder andere Gross-Events eignet. Mit Musik, Kunstausstellungen, Installationen, Tanz-Aufführungen, etc. soll «The Shed» der neuer Kultur-Hot-Spot New Yorks werden. Auch die «New York Fashion Week» liebäugelt bereits jetzt mit dem Gebäude und plant nach der Eröffnung im Jahr 2019 hierher zu ziehen.

    Durch das gigantische Projekt entsteht ein neuer, prägender Anziehungspunkt im New York City.

  • 10 Tipps wie Sie in New York eine gute Figur machen

    LOCALIKE ist in New York zu Hause und wird oft gefragt, wie man am wenigsten als Besucher identifiziert wird. Wir haben 10 Dinge aufgeschrieben, was es zu vermeiden oder beachten gilt. So erleben auch Sie New York Like a Local.

    1. Der Gehweg ist die eigentliche Autobahn.
    New Yorker sind Meister des schnellen Gehens. Sie sind immer im Schuss und immer etwas spät dran. Und da man zu Fuss oft am schnellsten vorwärtskommt, kann man die hiesigen Gehwege mit Autobahnen vergleichen (inklusive unsichtbarem Mittelstreifen). Da erstaunt es nicht, dass es auch ein paar ungeschriebene Verkehrsregeln gibt. Damit der Strom stets in Bewegung bleibt, geht der New Yorker rechts. Muss er anhalten oder das Tempo verringern, geht er zur Seite und macht den Weg frei für den ewig Gestressten hinter ihm (und der einem sonst nämlich überrennt). Ein weiteres ungeschriebenes Gesetz besagt, nicht in grossen Gruppen nebeneinander zu gehen. So können die schnelleren Fussgänger einem umlaufen und alle kommen im gewünschten Tempo ans Ziel – der zickzack-Schritt ist hier sowieso der übliche Laufstil.

    2. Wählen Sie das richtige Schuhwerk.
    New Yorkerinnen sind bekannt für Ihre Vorliebe für hohes Schuhwerk. Auf der Strasse sieht man sie trotzdem selten in Stöckelschuhen. Warum? New York ist die Stadt der Fussgänger. Zudem sind viele Strassen uneben oder mit Pflastersteine versehen. Darum werden Highheels oft in der Handtasche verstaut und man trägt Ballerinas oder Turnschuhe, um von A nach B zu kommen. Sobald am Ziel, werden die Schuhe gewechselt der New Yorker-Look wieder komplettiert. PS: Ist die Handtasche zu klein, empfehlen wir ein Taxi oder Uber. So ersparen Sie sich so den mühsamen Gang durch die Stadt.



    3. Verzichten Sie auf keinen Museumsbesuch aufgrund des Eintrittspreises.
    Kultur wird in New York grossgeschrieben. Und obwohl nicht immer angeschrieben, sind viele Eintrittspreise der grossen New Yorker Museen nur Empfehlungen. Das bedeutet, dass Sie den Eintrittspreis oft selber bestimmen können (auch wenn das nur ein Dollar ist). Bevor Sie das nächste Mal auf einen Museumsbesuch aufgrund der hohen Eintrittspreise verzichten, empfiehlt es sich, sich online zu erkunden (oder LOCALIKE zu fragen).

    4. Steigen Sie in keinen leeren Subway-Wagen.
    Es ist Rushhour an einem heissen Sommertag und jeder Wagen der Subway ist vollbepackt, ausser einem einzigen... Score? Leider nein! Die Chancen sind gross, dass der Wagen nicht ohne Grund leer ist. Eventuell ist die Klimaanlage ausgefallen (das kleinste aller Übel) oder im Wagen herrscht ein Düftlein, das Sie so noch nie gerochen haben. Lassen Sie sich von dem vielen Platz nicht täuschen - Ihre Nase und Ihr Gaumen wird es Ihnen danken - vertrauen Sie uns. :)

    5. Fragen Sie nach dem Weg.
    Der New Yorker kann ruppig sein, wenn man ihm in die Quere kommt (Stichwort «schnelles gehen»). Fragt man Ihn jedoch um Hilfe, ist er sehr freundlich und hilfsbereit. Er ist gar stolz, wenn er mit seinem New York-Wissen imponieren kann. Fragen sie somit ungeniert nach dem Weg oder der besten Subway-Verbindung. Oft kommen Ihnen die Locals gar zuvor und sprechen Sie an – noch bevor Sie überhaupt wissen, dass Sie Hilfe benötigen.

    6. Werden Sie einen MetroCard-Profi.
    Besucher kämpfen oft mit der Subway-Karte. Wie muss man die Karte durchziehen? In welchem Tempo? Auf welche Seite gehört der Magnetstreifen? Wir empfehlen: cool bleiben und die Karte bereits beim Betreten der Subwaystation rauszusuchen. Stellen Sie sicher, dass der schwarze Streifen nach innen (links) zeigt, und ziehen Sie die Karte lässig mit mittlerem Tempo durch den Schlitz. Like a local.

    7. Taxi links aussteigen.
    Steigen Sie immer rechts aus dem Taxi. Ausser Sie möchten einen Fahrradfahrer in der offenen Tür kleben haben.

    8. Keep your Celebrity-Cool.
    In New York lebt man auf kleinem Raum mit grosser Promi-Dichte. Die Chancen einem solchen zu begegnen sind hoch. Der New Yorker fragt grundsätzlich nicht nach einem Autogramm. Auch nicht nach einem Foto. Lächeln Sie und laufen Sie Localike-mässig weiter. Ihre Begeisterung können Sie danach selbstverständlich auf Facebook, Twitter und Instagram teilen.

    9. Please wait to be seated.
    In New Yorker Restaurants gilt strikt «please wait to be seated». Anders als in Europa wählt man in Restaurants den Tisch nicht selber, sondern man meldet sich bei dem Host am Eingang – ganz egal, wie leer oder voll das Restaurant ist. Dieser bringt Sie anschliessend an den Tisch und stellt so sicher, dass jeder Kellner gleich ausgelastet ist und kein Chaos ausbricht. Letzteres gelingt leider eher selten ;)

    10. Mieten Sie kein Auto.
    New York ist keine Stadt für autofahrende Touristen, zumindest nicht, wenn Sie in Manhattan und den umliegenden Vierteln unterwegs sein möchten. Zu viel Verkehr und zu wenig Parkplätze. Zudem ist man umgeben von wilden, furchtlosen Auto-/Taxifahrern und unberechenbaren Fussgängern und Fahrradkurieren. Machen Sie es wie die New Yorker und benutzen Sie öffentlichen Verkehrsmittel, gehen Sie zu Fuss oder winken Sie sich ein Taxi heran.

    Und zum Schluss: Versuchen Sie nicht zu viel Zeit am Times Square zu verbringen. Der Platz mit seinen tausend Lichtern hat eine unglaubliche Anziehungskraft und gehört auf jedes Reiseprogramm. Beachten Sie jedoch, dass das echte New York hauptsächlich ausserhalb des Times Squares stattfindet. In den Vierteln und Strassen der Stadt. In Downtown, Brooklyn oder Queens. In den Restaurants, Bars und Parks. Lassen Sie sich von der Stadt treiben. Möchten Sie das echte New York sehen? LOCALIKE ist Ihr guter Freund vor Ort und zeigt New York abseits der Postkartenmotive. Like a Local. www.localike.com

  • Welcome to Hipster City

    Die Marke Brooklyn
    Das Viertel Williamsburg in Brooklyn gilt weltweit als bekanntestes Beispiel der Gentrifizierung (wobei die angrenzenden Viertel dem in nichts nachstehen). Auch gilt es als der Geburtstort der Hipsterkultur und nach wie vor als deren eigentliches Epizentrum. Eine Kultur also, welche seit vielen Jahren die urbanen Zentren der Welt dominiert. In Städten wie London, Paris, Tokyo oder São Paulo gibt es Cafés, Restaurants und Shops mit den ortsbezogenen Namen Williamsburg bzw. Brooklyn. Insbesondere die Pariser sind einem regelrechten «Brooklyn-Fetisch» erlegen. «C'est très Brooklyn» sagen sie seit Jahren und heisst so viel wie «es ist cool». Mit Hipster hat das schon lange nichts mehr zu tun. Die «Marke» Brooklyn ist viel mehr in der breiten Masse angekommen. Und damit ist im Ausland nach wie vor oft Williamsburg gemeint.

    Ein kurzer Abriss der bewegten Geschichte des Viertels
    1638 erwarb die Niederlande das Stück Land am östlichen Ufer des East Rivers vom Indianer Stamm der Canarasie. Fortan wurde es hauptsächlich als Farmland genutzt. Bis zur Eröffnung der Williamsburg Bridge im Jahr 1903, einer direkten Verbindung in den Süden Manhattans, entwickelte sich das Viertel langsam zu einem Industriezentrum. So kam z.B. über die Hälfte des raffinierten Zuckers der USA aus Williamsburg. Als die Brücke eröffnet wurde, strömten diverse Einwanderergruppen aus dem hoffnungslos überbevölkerten Manhattan nach Brooklyn. Südlich der Brücke entstand ein jüdisches Viertel, welches bis heute besteht. Die ultra- orthodoxe Prägung, welche die Gemeinschaft heute auszeichnet, entwickelte sich allerdings erst nach dem 2. Weltkrieg. Polnische und italienische Einwanderer prägten den Stadtteil nördlich der Brücke. Schon in den 30er Jahren ging es mit dem Viertel jedoch steil bergab. Trauriger Höhepunkt waren die Plünderungen während des Stromausfalls von 1977. Doch schon in den Jahren zuvor marodierten Verbrecherbanden. Die «New York Times» kam damals zum Schluss, man befinde sich am Rande der Anarchie. Gleichzeitig fanden die ersten Künstler, angezogen von günstigen Mieten, den Weg in das Viertel. Danach folgte das bekannte Muster der Gentrifizierung. Auf die Künstler folgten Galerien, Cafés, Shops sowie junge und gut ausgebildete Menschen aus dem restlichen Amerika. Das Hipstertum entstand.

    Erneuter Wandel
    In den letzten Jahren fand jedoch erneut ein gewaltiger Umbruch statt. Mit Ausnahme der jüdischen Gemeinde und denjenigen, welche früh genug Liegenschaften kauften oder von mietpreisgebundenen Wohnungen profitieren, wurde ein Bewohner nach dem anderen «ausgetauscht». Apartmenthäuser schossen in die Höhe. Immobilienpreise ebenso. Das Viertel wurde zu einem der beliebtesten Orte für wohlhabende Einwanderer aus aller Welt. Diesmal sind sie in ihren Dreissigern und haben nicht selten jungen Nachwuchs. Vorzügliche Croissants, handgemachtes Börek, belgische Bierbars, japanische Köstlichkeiten und ähnliches zeugen in den Strassen von Williamsburg davon. Aber noch klarer machen z.B. ein schwedischer Kindergarten oder eine französische Schule, dass die neuen Einwanderer es sich hier gemütlich machen. Europäischen Politkern dürfte ein sonntäglicher Spaziergang entlang der Bedford Avenue, die Flaniermeile des Viertels, Kopfschmerzen bereiten; der «Brain Drain» aus ihren Gesellschaften ist nahezu fassbar. Dem Beobachter bietet sich allerdings ein interessantes Bild. Da gehen sie Seite an Seite: Das adrette, britische Paar mit Zwillingen, der spanische Architekt, die italienische Anwältin, der deutsche Grafiker und die griechische Kunsthändlerin. Die Konstellationen mögen neu sein. Die Tatsache, dass sich das Viertel grundlegend verändert, nicht. Und es wird nicht bei der letzten Veränderung bleiben. Denn wir sind hier in New York. Da bleibt keine Zeit für Stillstand. Schon gar nicht in Williamsburg.


    Hipster treffen auf Chassiden 


    Hipster in Williamsburg 2016


    Williamsburg 1988

  • Der feige Jäger, die Revolution auf der Toilette und weitere New York Stories

    Was wäre die Welt ohne New York? Sie wäre nicht nur ein ziemlich grosses Stück langweiliger. Sie wäre auch um einige Erfindungen ärmer, die aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken sind. Haben Sie zum Beispiel gewusst, dass diese acht Dinge in New York erfunden wurden? ...Genau - wir auch nicht.

    1. Der Teddy Bär – Das kultige Kuscheltier wurde in Brooklyn von Morris und Rose Michtom erfunden. Inspiriert hat sie Präsident Theodore Roosevelt, der sich 1902 auf der Jagd geweigert hat, einen verletzten Bären zu erschiessen. Deshalb auch der Name «Teddy», der vom Namen «Theodor» abgeleitet wurde.

    2. Klimaanlage – Willis Carrier aus Brooklyn erfand 1902 eine Maschine, die verhindern sollte, dass sich das Papier in seiner Druckerei wegen der hohen Luftfeuchtigkeit im Sommer zu krümmen begann. Die kühlende Nebenerscheinung war ein glücklicher Zufall, der das amerikanische Alltagsleben revolutionieren sollte.

    3. Toilettenpapier – Das erste moderne, kommerziell erhältliche Toilettenpapier erfand Joseph C. Gayetty im Jahr 1857. Er verkaufte das Papier in seinem Laden in Manhattan. Es bestand aus Manila-Hanf und war mit Aloe-Extrakten versetzt. Das Beste (oder Schlimmste – je nach Sichtweise) daran: Jedes Blatt war mit seinem Namen bedruckt.

    4. Scrabble – Erfunden hat das beliebte Brettspiel 1938 Alfred Mosher Butts, ein arbeitsloser Architekt und Buchstabenrätsel-Liebhaber aus Jackson Heights in Queens. Fun Fact: Die Strasse seiner ehemaligen Wohnadresse wurde zu seinen Ehren mit einem Scrabble-Schild beschildert:  «35t1H4 a1V4e1n1u1e1». Das Zahlen- und Buchstabenwirrwarr beinhaltet den Namen der Strasse (35th Avenue) und die dazugehörigen Scrabble-Buchstabenwerte.

    5. Die Fernbedienung – Die Technologie stammt vom New Yorker Nikola Tesla, der 1898 ein funkgesteuertes Boot erfand. Was heute kaum mehr wegzudenken ist, war damals eine Idee, an die anfänglich niemand glauben wollte.

    6. Eggs Benedict – Nach einer durchzechten Nacht bestellte Börsenmakler und Bonvivant Lemuel Benedikt 1894 im Hotel Waldorf Astoria pochierte Eier, knusprigen Speck, Toast und Sauce Hollandaise. Der legendäre Maître d’hôtel, Oscar Tschirky, fand diese Kombination dermassen interessant, dass er das Gericht auf die Speisekarte nahm und nach dem Erfinder benannte.

    7. Der Hot Dog – Die Idee, eine heisse Wurst in einem Brötchen zu servieren, stammt vom Bäcker Charles Feltman aus Coney Island, Brooklyn. Er verkaufte seine Hot Dogs zu einem unschlagbaren Preis von einem Dime ($0.10). Der Hot Dog war ein Kassenschlager und machte Feltman zu einem einflussreichen Investor in Coney Island – jedenfalls bis sein ehemaliger Mitarbeiter Nathan Handwerker selber einen Laden eröffnete und seine Hot Dogs für nur einen Nickel ($0.05) verkaufte.

    8. Der Geldautomat – Der erste Prototyp hat Luther George Simjiam im Jahr 1939 konzipiert. Die Citibank war dann auch die erste Bank, die bereit war, seine Erfindung während 6 Monaten zu testen. Leider ohne Erfolg. Der Geldautomat wurde aus der Sicht der Bank von zu wenigen Personen benutzt – darunter hauptsächlich von Prostituierten und Casino-Besucher.

    Wenn Sie also das nächste Mal Geld abheben, einen Hot Dog verspeisen, Scrabble spielen oder den Fernsehkanal wechseln – ein Stück New York ist immer dabei.

  • Google Maps? Mit diesen Tipps bewegen Sie sich auch ohne Handy gekonnt durch New York

    Sich in New York zu orientieren ist dank dem Strassenraster-System eigentlich ganz einfach. Dennoch gibt es immer wieder verwirrende Situationen: Wo ist schon wieder Süden und wo Norden? Wo Osten und Westen? Und wo genau im Central Park befinde ich mich eigentlich? Wir haben sechs Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen, sich bei Ihrem nächsten Besuch wie ein New Yorker durch die Stadt zu navigieren.

    1. Der Central Park ist riesig und man verliert schnell die Orientierung. Die Laternenmasten im Park dienen darum auch als Orientierungspunkte. Die meisten sind mit Nummern angeschrieben, die mit den Querstrassen korrespondieren, welche sich auf gleicher Höhe am jeweiligen Ende des Parks befinden. Ist eine Laterne zum Beispiel mit 7304 angeschrieben, befinden Sie sich zwischen 73rd & 74th Streets.

    2. Der Verkehr in Manhattan verläuft meist nur in eine Fahrtrichtung. Bei Strassen mit ungeraden Nummern (z.B. 17th Street) verläuft der Verkehr in Fahrtrichtung Westen, Strassen mit geraden Nummern in Richtung Osten.

    3. Avenues (z.B. 5th Avenue) verlaufen in nördliche bzw. südliche Richtung, fast immer in abwechselnde Richtung (beginnend mit der 1st Avenue in Richtung Norden).

    4. Es gibt eine Eselsbrücke, die Ihnen hilft, die Reihenfolge der Avenues mit Namen (z.B. Lexington Avenue) zu merken: «You can take a CAB back home if it’s Late PM». Columbus, Amsterdam, Broadway befinden sich im westlichen Teil der Stadt; Lexington, Park Avenue und Madison Avenue im östlichen Teil.

    5. Die 5th Avenue trennt Manhattan in eine Ost- und eine Westseite, und jede Seite hat ihre eigene, von der 5th Avenue aus aufsteigende Hausnummerierung. 10 East 36th Street befindet sich somit östlich der 5th Avenue und in einem anderen Gebäude als 10 West 36th Street. Die einzige Ausnahme bildet der Broadway, der streckenweise schräg durch die Stadt verläuft.

    6. In Manhattan befinden sich die meisten nach Norden verlaufenden Subway-Linien (Uptown) auf der östlichen Seite der Strasse, die nach Süden verlaufenden Züge (Downtown) auf der westlichen Seite. So finden Sie sofort den richtigen Subway-Eingang und müssen nicht unnötig die Strassenseite wechseln.

    Und wenn alle Stricke reissen, gibt’s zum Glück immer noch Google Maps – oder LOCALIKE New York. :)

  • Der Neurochirurg soll mal auf die Pedale drücken

    Das gelbe New Yorker Taxi. Besucher benutzen es und New Yorker sowieso. Erstere erhalten aufgrund der geringeren Anzahl Fahrten nur einen kleinen Einblick in die Eigenheiten dieses für New Yorker so typische Fortbewegungsmittel. Um ein Taxi anzuhalten heben sie – wie sie es aus Filmen kennen – die Hand und früher oder später hält tatsächlich auch eines an. Sie steigen ein, sagen «Hallo» und nennen die Adresse. Sie bewundern die Stadt durch das verschmierte Seitenfenster. Sie kommen an, bezahlen, verabschieden sich und nehmen ein typisches New York Erlebnis als Erinnerung mit nach Hause. Eine praktische und authentische Erfahrung. Es ist jedem Besucher zu empfehlen ein paar solcher Erinnerungen zu sammeln.

    Nennt man die aufregendste aller Städte jedoch sein Zuhause, ist eine Taxifahrt um einiges vielschichtiger. Da ist noch viel mehr. Gutes und Schlechtes. Ein New Yorker steht nämlich selten einfach an den Strassenrand und hebt die Hand. Ausser vielleicht seine Sinne sind ein wenig getrübt. Für diesen Fall wäre «Uber» jedoch sowieso die bessere Variante. Die finden einem und nicht umgekehrt. Nein, bevor der New Yorker sich um ein Taxi bemüht, startet ein gut eingespielter Denkprozess: Fahrtrichtung, Uhrzeit, Verkehrsaufkommen, Wochentag, Wetterbedingungen, Routen im Allgemeinen und der gefürchtete Schichtwechsel der Fahrer zwischen 16:00 und 17:00 Uhr. Dann sinkt trotz steigender Kundennachfrage die Anzahl Taxis markant – ein Jahrzehnte altes Problem für das es keine Lösung zu geben scheint. Mag für eine einfache Taxifahrt nach viel Kopfarbeit klingen, ist jedoch einer frustrierenden Wartezeit auf jeden Fall vorzuziehen.

    Bevor wir nun zum wirklich interessanten Teil einer New Yorker Taxifahrt kommen, hier ein paar Fakten:

    • In New York City gibt es 13'605 Taxi-Lizenzen und über 51'000 lizenzierte Fahrer. Die Anzahl Lizenzen blieb über die Jahre erstaunlich stabil.
    • Eine Lizenz wird derzeit um die $700'000 gehandelt (in der Pre-«Aber»-Ära war es knapp eine Million).
    • Die meisten Lizenzen gehören Unternehmen, welche diese wiederum an Fahrer vermieten.
    • Die Fahrer leisten meist bis zu 12-Stunden-Schichten. An die 90% von ihnen sind Einwanderer.
    • Der Jahresverdienst eines Taxifahrers beläuft sich auf rund $33'000. Ein Knochenjob also.
    • Die Grundgebühr für eine Fahrt beträgt $2.50. Im Vergleich zu anderen Städten ist Taxifahren in New York preiswert.

    Höflichkeiten werden beim Ein- und Aussteigen aus Prinzip keine ausgetauscht. Ohne eine Sekunde zu verlieren schreit man den gewünschten Zielort nach vorne. Darin schlechte Umgangsformen zu erkennen wäre jedoch falsch. Im Gegenteil, man tut nicht nur sich und dem Taxifahrer einen Gefallen, sondern auch dem gestressten und wild hupenden Autofahrer hinter sich. Sobald das Taxi losfährt, hat man Zeit, sich die nun folgenden Minuten so angenehm wie möglich zu gestalten. Vielleicht, in dem man die Fenster öffnet, weil ein undefinierbarer, intensiver Taxi- Geruch, in Kombination mit dem notorisch-halsbrecherischen Fahrstil, das körperliche Wohlbefinden erstaunlich schnell mindern kann. Auch ist anzumerken, dass sich New Yorker, trotz dem oft «interessanten» Fahrstil, grundsätzlich nicht anschnallen. Denn niemand schnallt sich hier je an.

    Während der Fahrt folgt ein weiteres garantiertes Erlebnis: Man wird Zeuge eines Telefongespräches in einer unbekannten Sprache. Telefonieren tun die Fahrer fast alle. Und zwar ununterbrochen. Nur, was wird da geredet und mit wem? Ist es die Verlobte in Marokko, die Tochter in Queens oder die Mutter in Indien? Tauscht man sich mit anderen Fahrern über die Verkehrslage aus und macht Scherze über die Kunden? Es ist eines der grossen Rätsel der Stadt. Für Scherze über die Kunden gäbe es gemäss einer Umfrage unter Fahrern durchaus Gründe: Heftig streitende Paare, Damen, die Ihr Outfit während der Fahrt komplett wechseln, nicht jugendfreie Handlungen auf dem Rücksitz und aggressive, besserwisserische Passagiere sind an der Tagesordnung.

    Taxifahren in New York hat aber auch seine schönen Seiten. Manchmal ergibt sich aus einer simplen Frage ein bereicherndes Gespräch. Mit dem jemenitischen Chirurgen, dessen pubertierende Tochter eine anstrengende Phase durchmacht. Mit dem weissrussischen Ingenieur, der nicht sicher ist, ob er sich zum Krankenpfleger ausbilden lassen soll. Oder mit dem ghanaischen Lehrer, der einem versichert, dass Morgen ein besserer Tag sein wird.

    Taxifahren kann sogar bezaubernd sein, wenn es der Zufall denn will. Zum Beispiel wenn man wortlos die vorbei rauschende Stadt durchs offene Fenster bewundert und sich dabei – zusammen mit dem Fahrer – eine im Radio spielende Symphonie in voller Lautstärke anhört.

     

  • Katzen herrschen nicht nur über das Internet, sie herrschen auch über tausende von New Yorker Geschäften

    Wenn an einem Freitag um Mitternacht ein elegant gekleidetes Paar in Abendrobe und schwarzem Anzug, eine Gruppe angeheiterter Studenten und eine Katze im gleichen Raum zusammentreffen, dann kommt in New York eigentlich nur ein Ort in Frage: Eine Bodega. Die Gründe für das Aufsuchen einer Bodega mögen unterschiedlich sein. Das elegante Paar will vielleicht Kaugummis kaufen, die Studenten Bier und die Katze? Ja, die wohnt einfach da. Angewiesen auf diesen Ort sind sie aber alle. Genauso wie alle anderen Bewohner New Yorks.

    Bodega (wahlweise auch Deli oder Green Grocer genannt) ist die Bezeichnung für einen der rund 12'000 unabhängigen Gemischtwarenläden der Stadt. In fast jedem Strassenblock New Yorks befindet sich eine Bodega, wenn nicht sogar mehrere. Die meisten dieser winzigen Läden sind oft bis unter die Decke vollgestopft mit verpackten Lebensmitteln, Softdrinks, Bier, Zigaretten, Regenschirmen, Reinigungsmitteln, Toilettenpapier, Glühbirnen, einem Geldautomaten und vielen weiteren Dingen, dessen Besorgung oft keinen Aufschub duldet und schon gar nicht den Gang zum nächsten Supermarkt rechtfertigt.

    Interessanterweise gleichen sich alle auf erstaunliche Art und Weise in der Erscheinung. Die Regale stehen so eng beieinander, dass man sich kaum kreuzen kann, das Licht flackert, der Duft ist oft unangenehm und der Kassierer schaut von einer erhöhten Theke auf einen herab, umgeben von weiteren Produkteauslagen. Mit etwas Glück gehört er (Frauen sind eher selten) zu den freundlichen oder schweigsamen Verkäufern. Die Chancen stehen jedoch nicht schlecht, dass er mürrisch ist. Bodegas haben eine lange Tradition und womöglich ist das auch der Grund, weshalb nationale Giganten wie «7-Eleven» New York bisher links liegen gelassen haben.

    Die Geschäfte, und vor allem deren Besitzer, sind ein Abbild des stetigen Wandels der Stadt. Im vorletzten Jahrhundert hiessen die Geschäfte ausschliesslich Deli, abgeleitet vom Wort Delicatessen und waren im Besitz jüdischer Emigranten. Das Wort Deli wird immer noch oft benutzt und bezeichnet in der Theorie diejenigen Geschäfte, welche auch ein Angebot an zubereiteten Speisen führen. In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts gerieten die meisten Geschäfte in Besitz lateinamerikanischer Einwanderer und wurden durch den Begriff Bodega ersetzt. Ein paar Jahrzehnte später übernahmen die Koreaner die Geschäfte und das Wort Korean-Groceries kam auf (diese Bezeichnung ist aus politischer Korrektheit allerdings wieder gänzlich verschwunden). Korean-Groceries waren vor allem bekannt für ihre Auswahl an frischem Gemüse und Obst. Irgendwann hat sich sowohl das Sortiment als auch die Bezeichnung vermischt. Seit neustem häufen sich jedoch die Meldungen, dass es nicht mehr allzu gut um die kleinen Geschäfte steht. Steigende Mieten und das plötzliche Interesse internationaler Ketten an New Yorker Ladenfläche lassen die Anzahl Bodegas jährlich und stetig sinken. Und was denken die sonst dem Wandel nicht abgeneigten New Yorker darüber? Sie hassen es! Sie stellen fest, dass einige Konzerne weder Alkohol, noch Zigaretten oder Lotterielose verkaufen. Oder dass es schlicht unmöglich ist, einen Angestellten dazu zu bringen, den Wohnungsschlüssel für anreisende Gäste ein paar Stunden aufzubewahren. Oder sie vermissen die schlanke und hungrige Katze, die in vielen Bodegas herumlauert. Vielleicht weil diese Katzen sie immer wieder daran erinnert, dass an diesem Ort sämtliche Regeln in aller Öffentlichkeit gebrochen werden können. Vielleicht aber auch weil die meisten New Yorker einfach keine Nager mögen.

  • The original LOCALIKE Thanksgiving Apple Pie

    Mit dem Truthahn ist es so eine Sache. Man muss ihn vorbestellen, der durchschnittliche europäische Backofen ist meist zu klein und sowieso gibt es saftigere Braten. Wieso also nicht die Zeit in einen original amerikanischen Thanksgiving Apple Pie investieren?

    ✪ Hier können Sie das Rezept für den original LOCALIKE Thanksgiving Apple Pie als PDF herunterladen: »hier klicken.

    HAPPY THANKSGIVING!

    ✪ LOCALIKE New York weiss nicht nur wo es den besten Apple Pie in New York gibt, sondern kennt auch alle weiteren Geheimnisse der Stadt.
    www.localike.com

  • Raucher und Basilikumbesitzer leben gefährlich

    Feuerleitern sind eines der vielleicht prägnantesten architektonischen Elemente in New York; in vielen Vierteln ebenso präsent wie die gelben Taxis oder die Schlaglöcher in den Strassen. Sie sind hübsch, nützlich, retten Leben, dienen als Balkonersatz und manchmal bringen sie auch den Tod. Das mit dem Tod ist eigentlich nicht weiter erstaunlich, hat man doch oft den Eindruck, die tragende Substanz besteht nur noch aus dutzenden von Farbschichten, welche das durchgerostete und verbogene Metall umhüllen. Ausserdem wackeln sie und die Geländer sind kaum hüfthoch. Aber daran mag man nicht denken, wenn man sich mal wieder auf einer befindet, um zu rauchen, einen Basilikumzweig zu pflücken oder das Dach zu besteigen. Höchstens vielleicht zu vorgerückter Stunde, denn die letzten 10 Meter zum Dach sind meist senkrecht und die Tritte schwer zu erkennen in der Dunkelheit. Und irgendwann muss man ja auch wieder runter. Aber wer rauf will muss da durch.

    So mancher Einwohner dürfte letzte Woche kurz innegehalten haben, als die Zeitungen von einem tragischen Unfall berichteten. Ein junger Schauspieler rutschte im vierten Stock aus und seine aufstrebende Karriere wurde jäh beendet. Gestorben wird natürlich auch in New York überall. Aber bitte nicht auf den Leitern, die für viele ein Refugium darstellen. Der einzige, wenigstens halbprivate Aussenraum für Viele.
    Ein wenig Recherche zeigt, dass Ähnliches etwa einmal pro Monat geschieht. Die Behörden finden dies angesichts der missbräuchlichen Nutzung, die wir alle betreiben, eigentlich ein Wunder und fragen sich, wieso nicht täglich ein tragischer Unfall geschieht. Im Prinzip ist betreten nämlich nur im Notfall erlaubt. Aber wirklich auf Sie verlassen kann man sich nicht mal dann. Was, wenn das Fenster im eisigkalten Winter zugefroren ist, der Nachbar sein Fahrrad mit einem Schloss beim Ausgang befestigt hat, die Einbruchsicherung auf den letzten Metern so durchgerostet ist, dass sie sich nicht senken lässt oder man ausrutscht? Kein Wunder waren sich Experten noch nie einig, ob es sich um Lebensretter oder eigentliche Todesfallen handelt.
    Seit den 60er Jahren dürfen jedenfalls keine Neuen mehr gebaut werden und die Gebäude müssen anderweitig gesichert sein. Angefangen hat das Ganze zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach einer Serie von verheerenden Bränden. Und anscheinend verhalten wir uns heute geradezu vorbildlich. Denn zu Zeiten überfüllter Wohnungen und vor Erfindung der Klimaanlage wurden die Feuerleitern noch sehr viel intensiver genutzt. Im Hochsommer wurde darauf geschlafen, im Winter dienten sie als begehbarer Kühlschrank und so manch ein Techtelmechtel war überhaupt nur da möglich. Auch die Zubereitung einer Lammkeule auf Holzkohlefeuer erscheint heute ziemlich verwegen.

    Auf ein Picknick auf dem Dach mag ich aber auch in Zukunft nicht verzichten. Vielleicht gehe ich zur Risikominimierung in Zukunft einfach als Erster rauf und als Letzter runter. So fällt mir wenigstens keiner auf den Kopf.


    Lower East Side, Manhattan


    Manhattan 1935

  • Low Line – Entspannen unter der Erde

    Die High Line auf Manhattans Westseite ist einer der spannendsten Parks, die New York derzeit zu bieten hat. Oberhalb der Strassen auf einer stillgelegten Güterverkehr-Eisenbahnlinie durch grüne Landschaften zu streifen lockt jährlich mittlerweile 4 Millionen Besucher an.

    Doch New York wäre nicht New York, wenn nicht jetzt schon an der nächsten und übernächsten Attraktion gearbeitet würde. 2018 soll die Stadt um einen weiteren Höhepunkt bereichert werden. Oder in diesem Fall Tiefpunkt, je nach Perspektive.

    Ein Sommertag in einem Park. Gleissendes Sonnenlicht, saftiges Grün, spielende Kinder und glasklares Wasser. Die Luft ist erfüllt vom Geruch des Taus auf grünem Gras und blühender Bäume. Und doch ist irgendetwas anders. Zwischen den Baumstämmen ragen rostige Stahlträger in die Höhe, der Schall der Gespräche verfliegt sich nicht im Wind, sondern wird reflektiert von den nassen, dunklen Wänden. Der Blick nach oben reicht nicht bis ins Blau des Himmels, er endet an der Decke eines Subway-Tunnels.

    Und genau dieser Umstand macht das Projekt «Low Line» so spannend. Statt unter freiem Himmel soll unter der Erdoberfläche eine Naturanlage entstehen. Wo einst Reisende zwischen Brooklyn und Manhattan pendelten wird dann der weltweit erste unterirdische Park eröffnet.

    Oberirdische Kollektoren leiten das Sonnenlicht per Glasfaserkabel in den alten Schacht und erwecken ihn zu neuem Leben. Noch befindet sich das Projekt in der Planungsphase, aber wer zweifelt schon daran, dass nicht auch diese verrückte, grossartige Idee Wirklichkeit werden wird. Wo, wenn nicht hier?!

    Unter www.lowline.org lässt sich die Entwicklung mitverfolgen. Es bleibt zu hoffen, dass Stadtverwaltung und MTA (Betreiber des öffentlichen Verkehrs) mithelfen, New Yorks nächste grosse Attraktion Wirklichkeit werden zu lassen. Wir von LOCALIKE drücken jedenfalls fest die Daumen und freuen uns jetzt schon auf den ersten Besuch in einem Park, dem kein Regenschauer einen Strich durch die Rechnung machen kann.

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