Tag Archiv: travel

  • Der Bürgermeister

    Wie viele Bürgermeister gibt es wohl auf der Welt? Wir wissen es nicht und Google weiss es auch nicht so genau. Google kennt jedoch den Namen jedes einzelnen Bürgermeisters New Yorks und das macht den «Mayor of New York City» sicherlich zu einem ganz besonderen Bürgermeister. Immerhin steht er an der Spitze einer Verwaltung, welche über ein Jahresbudget von 70 Milliarden US-Dollar verfügt und an die 330,000 Mitarbeiter beschäftigt. Das ist weit mehr als so mancher Staat für sich beanspruchen kann. Bis zum heutigen Tag gab es 109 Bürgermeister. Werfen wir einen Blick auf ein paar ausserordentliche Exemplare der jüngeren Zeit.

    Fiorello La Guardia
    La Guardias Spitzname «Little Flower» leitet sich von seinem italienischen Vornamen ab und ist eine Anspielung auf seine Körpergrösse von nur 1.57 m. Sein Vermächtnis als Mayor gilt aber – im Gegensatz zur Körpergrösse – zu einem der Grössten. Er war von 1934 bis 1945 im Amt. Während seiner Amtszeit setzte er sich vor allem für den Wiederaufbau und Erhalt der maroden Infrastruktur ein. Parks, Highways, einen Flughafen und unzählige Wohnhäuser für sozial schwache Bevölkerungsgruppen wurden aus dem Boden gestampft. Gleichzeitig kämpfte er gegen die damals notorische Korruption und das organisierte Verbrechen an und erzielte dabei beachtliche Erfolge. Man dankte sein Schaffen mit einem nach ihm benannten Flughafen und einer Strasse in Manhattan inkl. Statue.

    Ed Koch
    Ed Koch amtete von 1978 bis 1989 als Mayor. Seine Bilanz lässt sich sehen. Wie auch La Guardia, war er für den Bau einer riesigen Menge an Wohnraum für sozial Benachteiligte verantwortlich. Als erster Bürgermeister setzte er Regelungen gegen die Diskriminierung von LGBTQ-Angestellten der Stadt New York in Kraft. Allerdings war er nicht mit all seinen Meinungen auf der gleichen Wellenlenge mit seiner Bevölkerung. So galt er z.B. als glühender Verfechter der Todesstrafe, was ihm immer wieder heftige Kritik der New Yorker einbrachte. Der ewige Junggeselle fuhr gerne mit der Subway und nicht selten fragte er wildfremde an einer beliebigen Strassenecke nach ihrem Wohlbefinden.

    Rudy Giuliani
    Giuliani von 1994 bis 2011 New Yorks Bürgermeister. Während seiner Amtszeit sank die Kriminalität in einem noch nie dagewesenen Tempo. New York City wurde plötzlich zur sichersten Grossstadt der USA, was gleichzeitig für einen gewaltigen wirtschaftlichen und touristischen Aufschwung sorgte. Die Null-Toleranz-Politik hatte aber ihren Preis und so wurde Mayor Giuliani nicht bedingungslos geliebt. Von einigen Kreisen wurde ihm vorgeworfen, jegliches Leben in der Stadt abzuwürgen. Alles in allem herrscht aber bis heute die Einsicht, dass die Stadt für alle lebenswerter gemacht wurde. In seinem letzten Amtsjahr musste er sich als Kriesenmanager für die wohl grösste Katastrophe in der Stadtgeschichte beweisen, den Anschlägen vom 11. September.

    Michael Bloomberg
    Michael Bloomberg war nach La Guardia und Giuliani erst der dritte republikanische Mayor, der die Wiederwahl geschafft hatte. Wie seine beiden Vorgänger wichen aber auch seine Meinungen, vor allem in sozialen Belangen, massiv von der Mutterpartei ab. Er war Bürgermeister von 2002 bi 2013. Während seiner Amtszeit trat er aus der Partei aus und wurde Unabhängiger. Als einer der reichsten Männer der Welt verzichtete er auf sein Gehalt und gab sich mit einem symbolischen Dollar pro Jahr zufrieden. Seine Amtszeit war geprägt von wirtschaftlichem Aufschwung und grossen Fortschritten im Bereich der Lebensqualität. Autofreie Plätze, Fahrradwege, das Bike Sharing-Programm «Citibike» und viele andere Projekte sind ein sichtbares Vermächtnis. Allerdings wurde ihm auch zu viel Nähe zu wohlhabenden Kreisen vorgeworfen. Es ist nicht abschliessend geklärt, ob alle Bevölkerungsgruppen gleichermassen vom Aufschwung profitieren konnten. Er hebelte ausserdem das Gesetz aus, um sich eine dritte Amtszeit zu sichern, was ihm einige Kritik einbrachte.

  • Die wirklich wichtige Packliste für New York

    Idealgewicht
    Bei LOCALIKE pflegen wir grundsätzlich ein sehr entspanntes Verhältnis zu Kalorien, schliesslich empfehlen wir unseren Kunden nur Restaurants, die wir selber auch ausprobiert haben. Bei gut 25,000 Restaurants sollte man unbedingt hungrig anreisen. Die Vielfalt ist kaum fassbar. Es gibt keine Küche der Welt, welche nicht vertreten wäre. Von leckeren Tacos für $3 bis zu einem Festmahl im Weltklasse-Restaurant. 99 Michelin-Sterne wurden übrigens letztes Jahr in New York vergeben. Sollte es Ihnen im Big Apple so gut gefallen, dass Sie sich entscheiden zu bleiben, können Sie 68 Jahre jeden Tag in einem neuen Restaurant essen.

    Schal
    Ganz egal zu welcher Jahreszeit man New York bereist, mit einem Schal im Koffer liegt man nie falsch. Es übersteigt unsere physikalischen Kenntnisse, aber eine grosse Ansammlung an sehr hohen Gebäuden sorgt manchmal aus dem nichts für starke Winde. Selbst an einem angenehmen Frühlingstag. Und dann wären da ja noch die unzähligen Klimaanlagen, die einem manchmal in der Arktis wähnen...



    Hundeleckerlies
    Die Tatsache, dass hier sehr viele Menschen auf engstem Raum nebeneinander leben bedeutet nicht, dass es keinen Platz für treuherzige Vierbeiner gibt. Ganz im Gegenteil. An die 600,000 Hunde leben im Stadtgebiet. Gerade für Singles könnte die «Oh, wie süss ist der denn!»-Nummer interessant sein. Eine halbe Million Katzen gibt’s übrigens auch. Aber wer hat schon im Urlaub Zeit, eine Katze zu beeindrucken.

    Schirm
    Den lassen Sie mal besser zuhause. Kein Schirm überlebt länger als 30 Minuten in einem waschechten New York-Gewitter. Falls Sie in eines geraten, lässt sich übrigens an jeder Ecke ein Schirm für wenig Geld erstehen. Niemand weiss so genau, wie all die fleissigen Händler innert Minuten an jeder Strassenecke bereitstehen. Praktisch sind sie allemal.

    Plastik
    Dieser Tipp richtet sich an unsere europäischen Freunde: Eine Kreditkarte erleichtert einem in New York das Leben ungemein.



    Sonnenschutz
    New York liegt in etwa auf dem gleichen Breitengrad wie Rom. Einen Sonnenbrand auf der Nase riskiert man also schon im April. Zumal New York auch noch mehr Sonnenstunden hat als Rom, nämlich ganze 2,535 Sonnenstunden an 269 Sonnentagen.

    Neugier
    Packen Sie so viel wie möglich davon ein. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es eine solche Vielfalt zu entdecken.

    Charme
    Damit liegen Sie nie falsch, schon gar nicht in New York.

    Einen fast leeren Koffer
    Wenn wir schon beim Packen sind: Klar, man möchte auf alles vorbereitet sein. Trotzdem empfehlen wir, mit möglichst leichtem Gepäck anzureisen. In New York mangelt es ganz bestimmt nicht an Möglichkeiten, den Koffer für die Heimreise aufzufüllen. Die einen verfallen dem berühmt berüchtigten Shopping-Fieber, die anderen benötigen den Platz im Koffer ganz einfach, um all die Erlebnisse zu verstauen...

  • Houston - wir haben ein Problem

    Es gibt New Yorker Strassen, deren Namen kennt die ganze Welt. Einige davon sind gar so berühmt, dass sie mit ganzen Industriezweigen gleichgesetzt werden. Die Wall Street steht für globale Finanzmärkte und auf Broadway folgt fast immer das Wort Musical. Was steht hinter diesen Strassennamen? Und wie sind sie entstanden? LOCALIKE hat sich auf Spurensuche begeben. Wir haben die interessantesten Facts für Sie zusammengetragen und möchten Ihnen diese nicht vorenthalten.

    Bevor es los geht unternehmen wir aber zuerst einen kurzen Exkurs in die Stadtgeschichte. New York hiess eigentlich einmal New Amsterdam und – sie ahnen es – war eine niederländische Kolonie. Einen guten Teil des 17. Jahrhunderts konnten sich die Niederländer halten, doch dann wurde ihnen der New Amsterdamer Geschäftssinn zum Verhängnis. Der Handelsposten war so lukrativ, dass ihn die Briten 1664 kurzerhand übernahmen und die Stadt im gleichen Jahr umbenannten.

    Wall Street
    Für eine der berühmtesten Strassen gibt es leider keine eindeutige Erklärung, nur dass sie mal «de Waal Straat» hiess. Zwei Theorien gelten als wahrscheinlich. Die Strasse galt eine zeitlang als nördliche Grenze der jungen Kolonie und wurde deswegen «Wall» genannt. Die zweite Theorie besagt, dass sie ihren Namen den 30 wallonischen Familien zu verdanken hat, welche zu den ersten europäischen Siedlern Manhattans zählten.

    Avenue of the Americas
    Diesen Namen kennen Sie vielleicht nicht und New Yorker benutzen ihn ganz bestimmt nicht. Dennoch ist es der offizielle Name für die 6th Avenue. Die Strasse wurde 1945 auf drängen des damaligen Bürgermeisters Fiorello LaGuardia umbenannt. Die damals heruntergekommene Avenue wurde zu ehren der heute nicht mehr existierenden «Organization of American States» umbenannt. Eine internationale Organisation, der die Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko angehörten. Bürgermeister LaGuardias Name seinerseits steht immer noch für einen der beiden Stadtflughäfen.

    Christopher Street
    Die Strasse im West Village wurde nach einem britischen Admiral namens Charles Christopher Amons benannt. Allerding steht sie heute viel mehr für die LGBTQ-Bewegung. 1969 nahm in der «Stonewall»-Bar an dieser Strasse der Aufstand gegen die Polizeiwillkür seinen Anfang.

    Park Avenue
    Die Park Avenue ist heutzutage eine der repräsentativsten Wohnadressen weltweit. Dabei hiess sie früher einfach nur 4th Avenue – ganz gemäss ihrer Lage. Anstatt des grünen Streifens zwischen den zwei Fahrbahnen waren da Geleise für die Bahnstrecke in Richtung Harlem. Als die Geleise in den 1850ern dem Grün wichen, waren auch die Tage der 4th Avenue gezählt.

    Lexington Avenue
    Diese Avenue mit Nord- und Süd-Verkehr (ungewöhnlich für New York) ist nach einer Schlacht während der Revolution benannt. Viel interessanter ist aber der Umstand, dass es sie gar nicht geben dürfte. Sie verläuft nämlich genau zwischen der 3rd und 4th Avenue (welche ja einen neuen Namen bekommen hatte). Wieso die Lex, wie sie New Yorker nennen, trotzdem da ist? Weil ein damaliger Grossgrundbesitzer sich höhere Landpreise davon versprach.

    Broadway
    New Yorks älteste Nord-Südachse hiess eigentlich einmal «Breedeweg», was auf niederländisch ganz einfach «breite Strasse» bedeutet. Der heutige Name ist also eine simple Übersetzung. Der Broadway durchquert übrigens nicht nur ganz Manhattan und die Bronx, sondern endet erst knappe 30 km ausserhalb der Stadtgrenze.

    Bowery
    Wieder so ein Holländer. «Bouwerij» ist niederländisch für «Bauernhof» und Bowery steht für dessen Klang in englischen Ohren. Die Gegend, welche China Town mit dem East Village verbindet war anno dazumal die Strasse von der Wall Street zum angrenzenden Farmland.

    Houston Street
    Der Ursprung dieses Strassennamens ist eher langweilig und kompliziert. Die Aussprache hat es aber in sich. Nehmen wir an, Sie haben eben mit Bravour ein Taxi herangewinkt und fühlen sich zu recht ein klein wenig Local. Ihr Ziel liegt an der Houston Street, also sagen sie «Houston Street», so wie sich die Stadt in Texas nun mal ausspricht (HIU-ston). Houston – wir haben ein Problem. Der Taxifahrer wundert sich, wohin es wohl gehen soll. Man sagt «HAU-ston». (Achtung, auf englisch natürlich «HOW-ston»). Warum fragen Sie sich?  Dazu gibt es merkwürdigerweise keine logische Erklärung.

    Damit Sie bei einem nächsten New York-Besuch mit allen Fakten auftrumpfen können, möchten wir Ihnen einen letzten Fact nicht vorenthalten. Es geht nicht um Strassen, sondern um zwei Stadtviertel: Harlem und Brooklyn. In den Niederlanden gibt es zwei Städte, die den Namen Haarlem und Breukelen tragen.
    Begeben Sie sich auf Spurensuche – auf bald in New York!

  • Der feige Jäger, die Revolution auf der Toilette und weitere New York Stories

    Was wäre die Welt ohne New York? Sie wäre nicht nur ein ziemlich grosses Stück langweiliger. Sie wäre auch um einige Erfindungen ärmer, die aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken sind. Haben Sie zum Beispiel gewusst, dass diese acht Dinge in New York erfunden wurden? ...Genau - wir auch nicht.

    1. Der Teddy Bär – Das kultige Kuscheltier wurde in Brooklyn von Morris und Rose Michtom erfunden. Inspiriert hat sie Präsident Theodore Roosevelt, der sich 1902 auf der Jagd geweigert hat, einen verletzten Bären zu erschiessen. Deshalb auch der Name «Teddy», der vom Namen «Theodor» abgeleitet wurde.

    2. Klimaanlage – Willis Carrier aus Brooklyn erfand 1902 eine Maschine, die verhindern sollte, dass sich das Papier in seiner Druckerei wegen der hohen Luftfeuchtigkeit im Sommer zu krümmen begann. Die kühlende Nebenerscheinung war ein glücklicher Zufall, der das amerikanische Alltagsleben revolutionieren sollte.

    3. Toilettenpapier – Das erste moderne, kommerziell erhältliche Toilettenpapier erfand Joseph C. Gayetty im Jahr 1857. Er verkaufte das Papier in seinem Laden in Manhattan. Es bestand aus Manila-Hanf und war mit Aloe-Extrakten versetzt. Das Beste (oder Schlimmste – je nach Sichtweise) daran: Jedes Blatt war mit seinem Namen bedruckt.

    4. Scrabble – Erfunden hat das beliebte Brettspiel 1938 Alfred Mosher Butts, ein arbeitsloser Architekt und Buchstabenrätsel-Liebhaber aus Jackson Heights in Queens. Fun Fact: Die Strasse seiner ehemaligen Wohnadresse wurde zu seinen Ehren mit einem Scrabble-Schild beschildert:  «35t1H4 a1V4e1n1u1e1». Das Zahlen- und Buchstabenwirrwarr beinhaltet den Namen der Strasse (35th Avenue) und die dazugehörigen Scrabble-Buchstabenwerte.

    5. Die Fernbedienung – Die Technologie stammt vom New Yorker Nikola Tesla, der 1898 ein funkgesteuertes Boot erfand. Was heute kaum mehr wegzudenken ist, war damals eine Idee, an die anfänglich niemand glauben wollte.

    6. Eggs Benedict – Nach einer durchzechten Nacht bestellte Börsenmakler und Bonvivant Lemuel Benedikt 1894 im Hotel Waldorf Astoria pochierte Eier, knusprigen Speck, Toast und Sauce Hollandaise. Der legendäre Maître d’hôtel, Oscar Tschirky, fand diese Kombination dermassen interessant, dass er das Gericht auf die Speisekarte nahm und nach dem Erfinder benannte.

    7. Der Hot Dog – Die Idee, eine heisse Wurst in einem Brötchen zu servieren, stammt vom Bäcker Charles Feltman aus Coney Island, Brooklyn. Er verkaufte seine Hot Dogs zu einem unschlagbaren Preis von einem Dime ($0.10). Der Hot Dog war ein Kassenschlager und machte Feltman zu einem einflussreichen Investor in Coney Island – jedenfalls bis sein ehemaliger Mitarbeiter Nathan Handwerker selber einen Laden eröffnete und seine Hot Dogs für nur einen Nickel ($0.05) verkaufte.

    8. Der Geldautomat – Der erste Prototyp hat Luther George Simjiam im Jahr 1939 konzipiert. Die Citibank war dann auch die erste Bank, die bereit war, seine Erfindung während 6 Monaten zu testen. Leider ohne Erfolg. Der Geldautomat wurde aus der Sicht der Bank von zu wenigen Personen benutzt – darunter hauptsächlich von Prostituierten und Casino-Besucher.

    Wenn Sie also das nächste Mal Geld abheben, einen Hot Dog verspeisen, Scrabble spielen oder den Fernsehkanal wechseln – ein Stück New York ist immer dabei.

  • Google Maps? Mit diesen Tipps bewegen Sie sich auch ohne Handy gekonnt durch New York

    Sich in New York zu orientieren ist dank dem Strassenraster-System eigentlich ganz einfach. Dennoch gibt es immer wieder verwirrende Situationen: Wo ist schon wieder Süden und wo Norden? Wo Osten und Westen? Und wo genau im Central Park befinde ich mich eigentlich? Wir haben sechs Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen, sich bei Ihrem nächsten Besuch wie ein New Yorker durch die Stadt zu navigieren.

    1. Der Central Park ist riesig und man verliert schnell die Orientierung. Die Laternenmasten im Park dienen darum auch als Orientierungspunkte. Die meisten sind mit Nummern angeschrieben, die mit den Querstrassen korrespondieren, welche sich auf gleicher Höhe am jeweiligen Ende des Parks befinden. Ist eine Laterne zum Beispiel mit 7304 angeschrieben, befinden Sie sich zwischen 73rd & 74th Streets.

    2. Der Verkehr in Manhattan verläuft meist nur in eine Fahrtrichtung. Bei Strassen mit ungeraden Nummern (z.B. 17th Street) verläuft der Verkehr in Fahrtrichtung Westen, Strassen mit geraden Nummern in Richtung Osten.

    3. Avenues (z.B. 5th Avenue) verlaufen in nördliche bzw. südliche Richtung, fast immer in abwechselnde Richtung (beginnend mit der 1st Avenue in Richtung Norden).

    4. Es gibt eine Eselsbrücke, die Ihnen hilft, die Reihenfolge der Avenues mit Namen (z.B. Lexington Avenue) zu merken: «You can take a CAB back home if it’s Late PM». Columbus, Amsterdam, Broadway befinden sich im westlichen Teil der Stadt; Lexington, Park Avenue und Madison Avenue im östlichen Teil.

    5. Die 5th Avenue trennt Manhattan in eine Ost- und eine Westseite, und jede Seite hat ihre eigene, von der 5th Avenue aus aufsteigende Hausnummerierung. 10 East 36th Street befindet sich somit östlich der 5th Avenue und in einem anderen Gebäude als 10 West 36th Street. Die einzige Ausnahme bildet der Broadway, der streckenweise schräg durch die Stadt verläuft.

    6. In Manhattan befinden sich die meisten nach Norden verlaufenden Subway-Linien (Uptown) auf der östlichen Seite der Strasse, die nach Süden verlaufenden Züge (Downtown) auf der westlichen Seite. So finden Sie sofort den richtigen Subway-Eingang und müssen nicht unnötig die Strassenseite wechseln.

    Und wenn alle Stricke reissen, gibt’s zum Glück immer noch Google Maps – oder LOCALIKE New York. :)

  • Der Neurochirurg soll mal auf die Pedale drücken

    Das gelbe New Yorker Taxi. Besucher benutzen es und New Yorker sowieso. Erstere erhalten aufgrund der geringeren Anzahl Fahrten nur einen kleinen Einblick in die Eigenheiten dieses für New Yorker so typische Fortbewegungsmittel. Um ein Taxi anzuhalten heben sie – wie sie es aus Filmen kennen – die Hand und früher oder später hält tatsächlich auch eines an. Sie steigen ein, sagen «Hallo» und nennen die Adresse. Sie bewundern die Stadt durch das verschmierte Seitenfenster. Sie kommen an, bezahlen, verabschieden sich und nehmen ein typisches New York Erlebnis als Erinnerung mit nach Hause. Eine praktische und authentische Erfahrung. Es ist jedem Besucher zu empfehlen ein paar solcher Erinnerungen zu sammeln.

    Nennt man die aufregendste aller Städte jedoch sein Zuhause, ist eine Taxifahrt um einiges vielschichtiger. Da ist noch viel mehr. Gutes und Schlechtes. Ein New Yorker steht nämlich selten einfach an den Strassenrand und hebt die Hand. Ausser vielleicht seine Sinne sind ein wenig getrübt. Für diesen Fall wäre «Uber» jedoch sowieso die bessere Variante. Die finden einem und nicht umgekehrt. Nein, bevor der New Yorker sich um ein Taxi bemüht, startet ein gut eingespielter Denkprozess: Fahrtrichtung, Uhrzeit, Verkehrsaufkommen, Wochentag, Wetterbedingungen, Routen im Allgemeinen und der gefürchtete Schichtwechsel der Fahrer zwischen 16:00 und 17:00 Uhr. Dann sinkt trotz steigender Kundennachfrage die Anzahl Taxis markant – ein Jahrzehnte altes Problem für das es keine Lösung zu geben scheint. Mag für eine einfache Taxifahrt nach viel Kopfarbeit klingen, ist jedoch einer frustrierenden Wartezeit auf jeden Fall vorzuziehen.

    Bevor wir nun zum wirklich interessanten Teil einer New Yorker Taxifahrt kommen, hier ein paar Fakten:

    • In New York City gibt es 13'605 Taxi-Lizenzen und über 51'000 lizenzierte Fahrer. Die Anzahl Lizenzen blieb über die Jahre erstaunlich stabil.
    • Eine Lizenz wird derzeit um die $700'000 gehandelt (in der Pre-«Aber»-Ära war es knapp eine Million).
    • Die meisten Lizenzen gehören Unternehmen, welche diese wiederum an Fahrer vermieten.
    • Die Fahrer leisten meist bis zu 12-Stunden-Schichten. An die 90% von ihnen sind Einwanderer.
    • Der Jahresverdienst eines Taxifahrers beläuft sich auf rund $33'000. Ein Knochenjob also.
    • Die Grundgebühr für eine Fahrt beträgt $2.50. Im Vergleich zu anderen Städten ist Taxifahren in New York preiswert.

    Höflichkeiten werden beim Ein- und Aussteigen aus Prinzip keine ausgetauscht. Ohne eine Sekunde zu verlieren schreit man den gewünschten Zielort nach vorne. Darin schlechte Umgangsformen zu erkennen wäre jedoch falsch. Im Gegenteil, man tut nicht nur sich und dem Taxifahrer einen Gefallen, sondern auch dem gestressten und wild hupenden Autofahrer hinter sich. Sobald das Taxi losfährt, hat man Zeit, sich die nun folgenden Minuten so angenehm wie möglich zu gestalten. Vielleicht, in dem man die Fenster öffnet, weil ein undefinierbarer, intensiver Taxi- Geruch, in Kombination mit dem notorisch-halsbrecherischen Fahrstil, das körperliche Wohlbefinden erstaunlich schnell mindern kann. Auch ist anzumerken, dass sich New Yorker, trotz dem oft «interessanten» Fahrstil, grundsätzlich nicht anschnallen. Denn niemand schnallt sich hier je an.

    Während der Fahrt folgt ein weiteres garantiertes Erlebnis: Man wird Zeuge eines Telefongespräches in einer unbekannten Sprache. Telefonieren tun die Fahrer fast alle. Und zwar ununterbrochen. Nur, was wird da geredet und mit wem? Ist es die Verlobte in Marokko, die Tochter in Queens oder die Mutter in Indien? Tauscht man sich mit anderen Fahrern über die Verkehrslage aus und macht Scherze über die Kunden? Es ist eines der grossen Rätsel der Stadt. Für Scherze über die Kunden gäbe es gemäss einer Umfrage unter Fahrern durchaus Gründe: Heftig streitende Paare, Damen, die Ihr Outfit während der Fahrt komplett wechseln, nicht jugendfreie Handlungen auf dem Rücksitz und aggressive, besserwisserische Passagiere sind an der Tagesordnung.

    Taxifahren in New York hat aber auch seine schönen Seiten. Manchmal ergibt sich aus einer simplen Frage ein bereicherndes Gespräch. Mit dem jemenitischen Chirurgen, dessen pubertierende Tochter eine anstrengende Phase durchmacht. Mit dem weissrussischen Ingenieur, der nicht sicher ist, ob er sich zum Krankenpfleger ausbilden lassen soll. Oder mit dem ghanaischen Lehrer, der einem versichert, dass Morgen ein besserer Tag sein wird.

    Taxifahren kann sogar bezaubernd sein, wenn es der Zufall denn will. Zum Beispiel wenn man wortlos die vorbei rauschende Stadt durchs offene Fenster bewundert und sich dabei – zusammen mit dem Fahrer – eine im Radio spielende Symphonie in voller Lautstärke anhört.

     

  • Katzen herrschen nicht nur über das Internet, sie herrschen auch über tausende von New Yorker Geschäften

    Wenn an einem Freitag um Mitternacht ein elegant gekleidetes Paar in Abendrobe und schwarzem Anzug, eine Gruppe angeheiterter Studenten und eine Katze im gleichen Raum zusammentreffen, dann kommt in New York eigentlich nur ein Ort in Frage: Eine Bodega. Die Gründe für das Aufsuchen einer Bodega mögen unterschiedlich sein. Das elegante Paar will vielleicht Kaugummis kaufen, die Studenten Bier und die Katze? Ja, die wohnt einfach da. Angewiesen auf diesen Ort sind sie aber alle. Genauso wie alle anderen Bewohner New Yorks.

    Bodega (wahlweise auch Deli oder Green Grocer genannt) ist die Bezeichnung für einen der rund 12'000 unabhängigen Gemischtwarenläden der Stadt. In fast jedem Strassenblock New Yorks befindet sich eine Bodega, wenn nicht sogar mehrere. Die meisten dieser winzigen Läden sind oft bis unter die Decke vollgestopft mit verpackten Lebensmitteln, Softdrinks, Bier, Zigaretten, Regenschirmen, Reinigungsmitteln, Toilettenpapier, Glühbirnen, einem Geldautomaten und vielen weiteren Dingen, dessen Besorgung oft keinen Aufschub duldet und schon gar nicht den Gang zum nächsten Supermarkt rechtfertigt.

    Interessanterweise gleichen sich alle auf erstaunliche Art und Weise in der Erscheinung. Die Regale stehen so eng beieinander, dass man sich kaum kreuzen kann, das Licht flackert, der Duft ist oft unangenehm und der Kassierer schaut von einer erhöhten Theke auf einen herab, umgeben von weiteren Produkteauslagen. Mit etwas Glück gehört er (Frauen sind eher selten) zu den freundlichen oder schweigsamen Verkäufern. Die Chancen stehen jedoch nicht schlecht, dass er mürrisch ist. Bodegas haben eine lange Tradition und womöglich ist das auch der Grund, weshalb nationale Giganten wie «7-Eleven» New York bisher links liegen gelassen haben.

    Die Geschäfte, und vor allem deren Besitzer, sind ein Abbild des stetigen Wandels der Stadt. Im vorletzten Jahrhundert hiessen die Geschäfte ausschliesslich Deli, abgeleitet vom Wort Delicatessen und waren im Besitz jüdischer Emigranten. Das Wort Deli wird immer noch oft benutzt und bezeichnet in der Theorie diejenigen Geschäfte, welche auch ein Angebot an zubereiteten Speisen führen. In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts gerieten die meisten Geschäfte in Besitz lateinamerikanischer Einwanderer und wurden durch den Begriff Bodega ersetzt. Ein paar Jahrzehnte später übernahmen die Koreaner die Geschäfte und das Wort Korean-Groceries kam auf (diese Bezeichnung ist aus politischer Korrektheit allerdings wieder gänzlich verschwunden). Korean-Groceries waren vor allem bekannt für ihre Auswahl an frischem Gemüse und Obst. Irgendwann hat sich sowohl das Sortiment als auch die Bezeichnung vermischt. Seit neustem häufen sich jedoch die Meldungen, dass es nicht mehr allzu gut um die kleinen Geschäfte steht. Steigende Mieten und das plötzliche Interesse internationaler Ketten an New Yorker Ladenfläche lassen die Anzahl Bodegas jährlich und stetig sinken. Und was denken die sonst dem Wandel nicht abgeneigten New Yorker darüber? Sie hassen es! Sie stellen fest, dass einige Konzerne weder Alkohol, noch Zigaretten oder Lotterielose verkaufen. Oder dass es schlicht unmöglich ist, einen Angestellten dazu zu bringen, den Wohnungsschlüssel für anreisende Gäste ein paar Stunden aufzubewahren. Oder sie vermissen die schlanke und hungrige Katze, die in vielen Bodegas herumlauert. Vielleicht weil diese Katzen sie immer wieder daran erinnert, dass an diesem Ort sämtliche Regeln in aller Öffentlichkeit gebrochen werden können. Vielleicht aber auch weil die meisten New Yorker einfach keine Nager mögen.

  • The original LOCALIKE Thanksgiving Apple Pie

    Mit dem Truthahn ist es so eine Sache. Man muss ihn vorbestellen, der durchschnittliche europäische Backofen ist meist zu klein und sowieso gibt es saftigere Braten. Wieso also nicht die Zeit in einen original amerikanischen Thanksgiving Apple Pie investieren?

    ✪ Hier können Sie das Rezept für den original LOCALIKE Thanksgiving Apple Pie als PDF herunterladen: »hier klicken.

    HAPPY THANKSGIVING!

    ✪ LOCALIKE New York weiss nicht nur wo es den besten Apple Pie in New York gibt, sondern kennt auch alle weiteren Geheimnisse der Stadt.
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